fbpx
Yin und Yang im Leben

Yin und Yang im Leben

Foto von alex-6723-unsplash on Unsplash

Vinyasa Yoga in der heutigen Zeit ist stark Yang geprägt. Es geht um Kraft, Konzentration auf den Atem und das bewusste Führen und Kontrollieren der Asanas, des Atems und der Intention.

Im Yin Yoga geht es um das genaue Gegenteil, um Achtsamkeit für den Moment, um das Spüren, Loslassen und den Atem frei fließen lassen. Um das Sein mit dem, was gerade ist, auch wenn es unangenehm ist.

Das ist eine Qualität, die immer mehr Menschen verlernen. Sobald etwas unangenehm ist, gehen wir raus oder betäuben uns, mit Medien, Alkohol, Essen, Ablenkung, Hauptsache nichts Fühlen. Aber genau im Fühlen entfaltet sich die heilsame Kraft des Menschseins. Unser Körper strebt nach Balance und Ausgleich, wenn wir ihm den Raum geben.

Immer mehr fühle ich mich den Yin-Qualitäten im Leben verbunden und stelle aber auch fest, dass wir beides brauchen. Das eine existiert nur durch das andere. Das Helle im Dunklen und das Dunkle im Hellen.

 

Yin und Yang

Yang bedeutet die männliche Energie, die uns allen innewohnt, das Wollen, das Fokussieren, der Mut und der Antrieb, das Streben. Yang ist auch das Symbol der Sonne und die Verstandesebene.

Yang sagt „Du schaffst das.“

Yin bedeutet die weibliche Essenz des Seins. Die Verkörperung der Schöpfung, das Fliessen, annehmen können, die Intuition, Gefühle und das Verbindende. Yin ist auch das Symbol des Mondes, eine kühlende Energie, die kreative und fühlende Seite und ein Ausgleich zum Yang.

Yin sagt „Vertraue und wirke einfach.“

Yin und Yang sind Qualitäten, die allen Menschen innewohnen und in Balance zu Harmonie und einem ausgewogenen Miteinander führen. Das heisst auch, dass wir uns bewusst werden, welchen Anteil wir derzeit mehr ausleben und dann den in uns nähren, den wir weniger ausleben.

Schwangerschaft, Geburt, Kindererziehung, aber auch Yoga und Thai Massage haben mehr Yin-Qualitäten in mein Leben gebracht und mich als Mensch „runder“ werden lassen.

Kreativität, Schreiben, Arbeit mit den Händen, in der Natur sein und einfach Freude an den Dingen und am Schönen haben, fördern unseren Yin-Anteil.

Dinge erfolgreich abschließen, Sport, Disziplin, Diskussionen fördern unseren Yang-Anteil.

Von Natur aus bzw. aufgrund meiner Lebensgeschichte bin ich mit einem starken Willen und Mut ausgestattet, bei mir geht es darum, immer wieder die Herzqualitäten, das Yin mehr in mein Leben einzuladen, das Zulassen, Loslassen, Spüren, um sowohl vom Verstand als auch vom Herzen her zu manifestieren.

Trainiere deinen Geist, beobachte Dich und verbinde Herz (Yin) und Verstand (Yang), um im Einklang mit Deinem Lebenszweck und dem großen Ganzen zu manifestieren statt nur für Deine kleine Ego-Welt.

 

Interessantes Video von Alan Watts:

https://www.youtube.com/watch?v=7SfZZlpfaN0&list=PLhYqJBcb4gn9lXV7-nKSwXf94wprgA-uV&index=13

 

 

 

 

 

Auslese: Digital Detox inkl. Fasten

Auslese: Digital Detox inkl. Fasten

Photo by Johanneke Kroesbergen-Kamps on Unsplash

Nachdem ich nun über 2 Wochen „digital detox“ betrieben habe, gänzlich ohne Facebook und Instagram und die letzten 5 Tage davon noch gefastet habe, inkl. Norovirus, der dann on top dazu kam, kann ich nur sagen: Gesamturteil sehr angenehm, empfehlenswert, absolut alltagstauglich und total befreiend. 🙂

Folgende Erkenntnisse möchte ich gerne teilen:

Erkenntnis 1: Auswirkungen von sozialen Medien

Wozu gehst Du ins Internet? Wozu auf facebook, Instagram & Co?

In der Regel tun wir 4 Dinge in den sozialen Netzwerken: sich informieren, sich inspirieren (oder vergleichen), einfach Zeit totschlagen oder uns selber mitteilen. Meist alles zusammen und das kann schon mal ne Stunde sein…

Was macht das mit Dir?

a) Es lässt Dich oft kleiner fühlen, so dass Du selbstkritischer wirst. Warum habe ich das noch nicht geschafft? Warum habe ich das nicht erreicht? Wie komme ich dahin? Wieso ist mein Beitrag nur so und so?

b) Es wendet deinen Fokus ab von dem, was Du willst. Da wo Dein Fokus ist, fließt Deine Energie hin, d.h. Du schenkst anderen Leute und Themen nicht nur Deine Lebenszeit, sondern auch deine Energie.

c) Sie rauben Dir Qualitätszeit, die Du mit Menschen verbringen könntest, die Du liebst, in echt, nicht nur virtuell.

Tipp: sich einen Timer setzen und mit Intention ins Netz gehen und auch nur das machen, z.B. 15min. „rumsurfen“.

Unsere schnelllebige Zeit erfordert viel Disziplin und Wille, um dem ganzen Ansturm an Infos, Anforderungen und Inspirationen nicht gänzlich zu erliegen und sich am Ende total selbst aufzugeben. Was möchtest Du? 

„Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?“ wusste schon der rosarote Panther. 😉

Erkenntnis 2: Innerer Frieden und Selbstliebe

Wenn der Körper zur Ruhe kommt, kommt auch der Geist zur Ruhe.

Wenn der Geist zur Ruhe kommt, weil er nicht im Außen befüllt wird, dann können Ideen entstehen und Gelassenheit. Es macht sich ein Gefühl von innerem Frieden und Selbstliebe breit.

Anmerkung dazu: Sobald Du aufhörst Dich ständig im Außen zu vergleichen, was man unweigerlich tut in den sozialen Netzwerken (bewusst oder unbewusst), geht es fast nicht anders als sich selber wieder wertzuschätzen, sich näher zu kommen und anzunehmen. Sehr heilsam.

Erkenntnis 3: Spirituelle Meisterschaft

Andere Menschen und Situationen können mir noch Stress machen. Das möchte ich gerne abstellen.

Der erste Schritt ist es, die innere Ruhe zu finden, wenn die äußeren Umstände es zulassen bzw. optimal sind, also z.B. beim meditieren. Und nach Jahren der Praxis auch schon immer öfter bewusst, wenn das Außen mich fordert und ich mich zurücknehmen kann, aber es klappt noch nicht immer.

Im nächsten Schritt, quasi der spirituellen Meisterschaft, geht es darum, den Zustand des inneren Friedens völlig unabhängig vom Außen zu erlangen, jederzeit, überall, immer -quasi auf Knopfdruck. Ein Projekt für die nächsten  Monate und Jahre! 😉

Mein neues Mantra für den Monat Januar:

What would LOVE do?

Was würde die LIEBE tun?

Stell Dir diese Frage immer wieder über den Tag verteilt, wenn Du nicht weißt, was Du tun sollst, wenn Du nicht weißt, wie Du reagieren sollst, wenn Du Dich ärgerst, wenn Du überfordert bist…was würde die Liebe an deiner Stelle tun?

 

Und hier geht es zu unserer Facebook-Gruppe, in der Du auch das PDF findest, um 5 Tage entspannt zu fasten, also 1 Tag Vorbereitung, 2 Tage Fasten und 2 Aufbautage, gut umsetzbar!

Spiritual Mama Rebels bei facebook: https://www.facebook.com/groups/2176846355923468/?fref=mentions&__tn__=K-R

 

 

 

Digital Detox

Digital Detox

picture thank you to jay-dantinne-359707_Photo by Jay Dantinne on Unsplash

Digital Detox means retreating from digital media. No facebook, no youtube, less Internet, less information, less inspiration, less comparing, less from everything. Maybe even less book reading and less talking…more meditating, WRITING, getting clearer what it is that I have to offer to the world. Understanding my own processes, my source of credibility and my love to share.

Back to my own roots. LISTEN. FEEL. Integrating. Getting clear on what my roots, my source are/is so I have the strength to grow into my own best version, up in the sky, like a fabulous majestic tree. Follow the sounds of silence.

Everyone of us has something to offer. The question is do you have the courage, the ambition and the discipline to find out and always re-invent yourself again or do you prefer to stay in your comfort zone and play roles that you are good at?

Sun always comes with the shadow.

 

Schönes Ritual zur Winter-Sonnen-Wende (21.12.) gibt es in unserer Spiritual Mama Rebels Gruppe bei facebook:

https://www.facebook.com/groups/2176846355923468/

 

Rauhnächte (24.12.-06.01.) schön begleitet mit Daniela Hutter:

https://www.danielahutter.com/

 

Gedankenschlaufen :: 4 Tools für den Alltag

Gedankenschlaufen :: 4 Tools für den Alltag

Foto thank you to nth-anh-789902-unsplash

Unser Denken hält uns auf Trab. Wird denken so ca. 65.000 Gedanken pro Tag, meist immer die selben, weil das Ganze unbewusst abläuft.

Denken kann uns krank machen und uns einfach schlecht fühlen lassen. Jeder Gedanke löst ein Gefühl aus und jedes Gefühl äußert sich im Körper, beobachte es mal, was im Körper passiert bei bestimmten Gefühlen.

Dinge, die wir unser ganzes Leben denken, z.B. „Ich hatte eine schwere Kindheit“ oder „Ich muss alles alleine machen“ bestimmen unseren Weg und unser Erleben.

Unsere Gedanken zu beobachten ist eine Übung, die es uns ermöglicht, ein selbstbestimmteres, leichteres, froheres und freieres Leben zu führen.

Gedanken beobachten bedeutet Kontakt aufnehmen, mit den Dingen, die bisher unbewusst waren und nun ins Licht des Bewusstseins kommen. Wenn sie ins Bewusstsein treten, können wir sie verändern.

Es ist möglich, das Unterbewusste neu zu programmieren, wie einen Computer, indem man die Lernerfahrung herausbarbeitet und schaut, ob es einem noch dient oder eben nicht mehr. Alles ist so eine Entscheidung. Das Gute daran, es liegt in unseren Händen, damit haben wir mehr Macht und auch mehr Verantwortung für unser eigenes Leben.

4 Tools für den Alltag, um aus Gedankenschlaufen erstmal herauszutreten  (1. Schritt rauskommen, 2. Bewusst werden, 3. Verändern)

 

Tool1 : MIND :: FOKUS ::

einfach mal hinsetzen und still sitzen, alles da sein lassen und beobachten. Sich amüsieren, dass der Körper sich ständig ändern möchte, weil sich das Knie plötzlich meldet oder der Rücken juckt, die Einkaufliste in den Vordergrund drängt oder was sonst noch so ansteht. Lass es da sein, Komme zu deinem Fokus zurück.

Fokus z.B. den Atem zählen, von 1-10, wann immer du abschweifst, fang von vorne an oder ein Mantra nehmen, z.B. bei der Einatmung: ich atme ein, bei der Ausatmung: ich lächel’ mir zu oder den Atem beobachten am Bauch/an den Nasenflügeln

Konzentration ist die Vorstufe der Meditation und bedeutet sich zu fokussieren, abgelenkt zu werden und sich wieder zu fokussieren, die ganze Zeit!

Tool2 :: 2. BODY :: SPÜREN :: 

STOP, Füsse zum Boden und in die  Handflächen spüren, so in den Körper kommen. Jeder Gedanke löst ein Gefühl aus und jedes Gefühl kann man im Körper spüren. Gefühle, die sich zeigen aushalten nach Möglichkeit. Du kannst nicht gleichzeitig denken und in die Hände spüren. Was fühlst Du?

Tool 3 :: SOUL :: LAUSCHEN ::

Inquiry: 5min.-Uhr mindestens oder länger und einfach mal drauf los erzählen, was gerade da ist, warum du so traurig bist, warum es so anstrengend ist, warum es gerade keinen Sinn macht. und dabei bleiben, 5min. können lange werden, bleib da. vielleicht später anhören, vielleicht nicht

Tool 4:: 3IN1 :: SINGEN :: 

Einfach mal singen, was Dir gerade einfällt, es kann mitsingen mit einem Lied sein, es kann ausgedacht sein, mit oder ohne Text, es kann summen sein. Du bist im Moment. wer singt, denkt nicht nach, nutzt den Klang-Körper und darf sich „in die Seele setzen“

Nimm das, was Dich anspricht oder probiere es nacheinander aus, was für Dich am besten passt. Setze die Intention, deine Gedanken bewusst zu beobachten und zu lenken und dann mach die Übung mehrmals täglich nach Möglichkeit. Mach es zu einer neuen Gewohnheit, sich selbst zu hinterfragen. Du willst was ädnern in deinem Leben? Dann starte.

Bei Fragen erreichst Du mich unter info@tanajsirbu.com

Hier geht’s zum Video:

https://youtu.be/1GE_gJCqlHY

 

 

Selbstliebe – Du musst Dir schon selbst Konfetti in Dein Leben pusten

Selbstliebe – Du musst Dir schon selbst Konfetti in Dein Leben pusten

Selbstliebe

Selbstliebe ist ein großer Begriff. Sich selbst zu lieben. Wie soll das denn gehen?

Sogar dafür gibt es inzwischen Onlinekurse, wie man sich jeden Tag 5min. im Spiegel anschaut und Affirmationen spricht oder sich einfach Zeit für sich einräumt. Einfach, da fängt es ja schon an. Heutzutage ist gar nichts mehr einfach. Alles ist verkompliziert, von allem gibt es zu viel und alles geht zu schnell oder man muss müssen. 😉

Selbstliebe ist das Resultat eines Prozesses, in dem man sich selbst besser kennenlernt und sich schätzen lernt. Indem man herausfindet, was man besonders gut kann und was man lieber anderen überlässt – authentisch leben ist der Ausdruck der Selbstliebe.

Indem wir den Fokus auf das legen, worin wir gut sind und das annehmen können, was uns vielleicht stört, aber sehen, wozu es gut war oder zu wem es uns gemacht hat, praktizieren wir Selbstliebe. Und auch das ist aus meiner Sicht mal wieder eine Übung im lustigen Karussell des Lebens.


Selbstliebe bedeutet,

es sich wert zu sein, sich an erste Stelle zu setzen.

zu respektieren, wo Du gerade in deinem Leben stehst und erstmal Frieden damit zu schließen.

sich selbst und seine Bedürfnisse ernst und wichtig zu nehmen.

seine Bedürfnisse zu kennen und dafür die Verantwortung zu übernehmen.

sich nicht zu vergleichen.

auch mal mutig Entscheidungen zu treffen, die andere blöd finden.

auch mal alleine den Weg weiterzugehen.

sich dem Weg des persönlichen Wachstums öffnen.

sich der Rollen, die man tagtäglich spielt bewusst zu werden und sie in eine Balance zu bringen.

sich selbst dabei zu beobachten, wann man sich selber kleiner macht, indem man sich Dinge zuraunt wie „wieso Du denn?“, „das ist zu viel, das schaffst Du nicht“…

sich auch mal Auszeiten zu gönnen.

sich um den Körper angemessen zu kümmern als Vehikel für diese Erden-Reise.

sein Leben langfristig darauf auszurichten, was Dir gut tut.

jeden Tag etwas mehr von dem zu tun, was Dir gut tut.

Dich mit Menschen zu umgeben, die Dich unterstützen und nähren (emotional, physisch, mental)

auch mal nein zu sagen.

sich annehmen zu können, auch in der Einsamkeit oder Trauer, wenn es nicht so gut läuft und sich einfach mal selber in den Arm zu nehmen.

seine Mankos zu kennen und sie entweder zu ändern oder zu integrieren.

mutig seinen eigenen Regeln zu folgen.

auch mal nach Unterstützung zu fragen.

seiner Intuition zu vertrauen (die feiner wird, je mehr Schichten wir hinter uns lassen)

Geduld mit sich und seinem Weg zu haben.

für mich vielleicht was anderes als für Dich, das ist ok.


 

Tagtägliche Beweise meiner eigenen Selbstliebe (nicht alle an jedem Tag):

– den Tag mit einem Green Smoothie starten

– sich was gesundes und nährendes kochen

– ein Vollbad nehmen

– schöne Musik anmachen

– zur Lieblingsmusik tanzen

– sich selbst eine Karte schicken per Post

– Tagebuch schreiben/ Journalling

– meditieren

– Yoga

– Schwimmen

– seiner Kreativität freien Lauf zu lassen (in Bild, Wort, Ton, für mich Schreiben)

– wenn man müde ist, schlafen zu gehen

– seine Gute-Zeiten-Box anzuschauen (Erinnerungen im Einmachglas – ein Sammelsurium an Zetteln, Bildern, Eintrittskarten, Geschenken und Bilder des Kindes übers Jahr verteilt)

– ein Dankbarkeits-Journal zu pflegen (jeden Tag aufzuschreiben wofür Du dankbar bist)

– sich Kerzen anmachen oder Blumen kaufen

– es sich einfach schön machen, ohne darauf zu warten, dass es jemand anders macht.

– früher ins Bett gehen, weil der nächste Tag dann definitiv auch entspannter wird (zumindest als Mutter 😉

– sich eine Massage gönnen 🙂

– mit einer guten Freundin sprechen, wenn möglich auch mal persönlich 🙂 (heutzutage als Mutter keine Selbstverständlichkeit, denn oft sitzt man abends alleine daheim)

– sich zu spüren, was heute dran ist und das zu machen

 

Die Muße der Langeweile

Die Muße der Langeweile

Bild von rawpixel-771276-unsplash

Ich sitze in einem Job, den ich gedanklich gekündigt habe, in der Probezeit, bereits intern besprochen und sitze quasi meine Zeit ab.

Langeweile.

Es gäbe mehrere Möglichkeiten:

  1. weiterhin kommen und sein bestes geben
  2. krank melden
  3. andere Dinge suchen, die man währenddessen macht
  4. sich der Langeweile genussvoll hingeben und schauen, was das mit einem macht

Grundsätzlich bin ich eher Typ a, wenn es sinnvolle Tätigkeiten gibt, die annähernd der Qualifikation entsprechen (schon mit eingerechnet Blumen gießen – mit denen kann man wenigstens reden 😉 – let’s do it. Ich hasse es allerdings zu warten, worauf denn auch eigentlich? Auf Feedback, auf Aufgaben, auf Rücksprachen, damit man weiter machen kann, auf andere Leute, von denen man sich abhängig macht.

Sich genussvoll langweilen und in Muße üben ist gar nicht so leicht. Ich höre immer öfter meine 4-jährige Tochter sagen „Mir ist langweilig“ und denke in solchen Momenten mit meinem Erwachsenenverstand „Ist doch großartig! Geniess es, was für ein Luxusproblem!“.

In einer Zeit, in der immer alles schneller wird, schneller, lauter, unübersichtlicher, wir dem Überfluss in allem kaum noch entgehen können, ohne wirklich an Qualität dazu zu gewinnen, ist Langeweile ein kostbares Gut, was auch kleine Kinder kennen und aushalten sollten, finde ich.

 Langweile

 Aus der Langeweile nämlich, aus der Stille heraus, ergibt sich wahrhaft Neues, in welcher Form auch immer. Der Schöpfungsprozess entsteht aus der Stille und gebärt mit Gebrüll, daher kommt auch die Wucht! Kreation braucht Stille, einen Raum für Ideen und deren Umsetzung.

 In der Langeweile spürt man sich, mit Haut und Haar. Bedürfnisse und Wünsche treten an die Oberfläche „Ich möchte etwas sinnvolles tun“, „Ich möchte etwas mit Menschen machen“, „Ich möchte mehr Ruhe haben.“, „Ich möchte mehr schreiben oder singen.“, „Ich möchte mehr reisen.“, „Ich möchte mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen.“ – was auch immer, jeder Mensch ist anders.

Und Langweile meint hierbei nicht, sich das nächste Mobile Device greifen und gleich wieder die aufkommende Leere mit Informationen von außen füllen, sondern einfach mal Sein und spüren was da ist. Das fällt den meisten Menschen gar nicht mehr so leicht, sich selbst zu spüren. Die Ängste, Sehnsüchte, Wünsche, den Status wo man ist und wo man eigentlich hin will (zu wissen, wo man hin will ist auch schon fortgeschritten!).

Ich für meinen Teil genieße die Zeit mit mir alleine außerordentlich. Ich bin gerne mit mir zusammen, jawohl. Aber auch ich bin nicht davon befreit, diese kostbare Zeit manchmal mit einem Buch, schöner Musik, Yoga, schwimmen oder Schreiben zu verbringen. Im schlimmsten Fall ertappe auch ich mich beim Surfen auf sozialen Netzwerken, die das menschliche Konstrukt Zeit aus uns heraussaugen und uns am Ende leer und unbefriedigt zurücklassen. Denn was tut man meist in dieser Zeit? Sich vergleichen, „sich inspirieren lassen“, sich informieren, sich ablenken, überall sein, nur nicht HIER, im JETZT, mit DIR.

 Ich sitze also in der Arbeit und kann die Leerzeit nicht genießen, woran liegt das? Das Umfeld passt nicht! Die eigene Erwartungshaltung, damit verbunden, dass man „ja was leisten muss für sein Geld“, sich nicht davonstehlen können und die Füße hochlegen, nicht schöne Musik hören können, sondern Radio, wo mehr Werbung läuft als alles andere…es wird einem nicht leicht gemacht. Man ist Teil eines Systems, ob man das nun möchte oder nicht. Ich möchte nicht mehr.

Also schaue ich mir das an, ich schaue mich an, was da ist und beobachte, was das mit mir macht…es fühlt sich nicht gut an. Es fühlt sich an wie Zeitverschwendung, meine Lebenszeit! Ich spüre Wut aufsteigen und Trotz, nicht länger mitspielen zu wollen und bleibe sitzen. Interessant! Und ich fange an zu schreiben, um die aufkommenden Erkenntnisse der Langeweile festzuhalten und zu verarbeiten. Schon besser! Ich bestimme, was geschieht und dann schauen wir was sich ändert…