Freiheit als Illusion

Freiheit als Illusion

FREIHEIT – ein großes Wort. Oft beschrieben, als Thema verfilmt, Teil unserer westlichen Kultur. Was ist Freiheit?

Laut Wikipedia definiert sich Freiheit wie folgt:
Freiheit (lateinisch libertas) wird in der Regel als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts.

Freiheit

Also hat Freiheit mit Wahlmöglichkeiten, Entscheidungen und Autonomie zu tun.

Für den einen bedeutet Freiheit auf seinem Motorrad Touren zu fahren, für den anderen im Meer zu schwimmen, ein Dritter fühlt sich frei, wenn er reisen kann, wieder ein anderer, wenn er in die Berge geht oder seinem Beruf nachgehen kann. Als Single legst du vielleicht wert auf Reisen, Konzerte, Kultur und geselliges Beisammensein. Als Mutter freue ich mich über angemessene Ruhe und Zeit für mich.

Für mich hat Freiheit damit zu tun, sich selbst zu kennen. Denn nur, wenn ich weiß, was mir Spaß macht und was mir gut tut oder auch kurzfristige Befriedigung bringt, kann ich mir die Möglichkeiten anschauen, wählen, entscheiden und meiner Autonomie folgen. Ich fühle mich frei.

Klaviatur der Emotionen

Unsere Freiheit wurde die letzten Wochen, sogar Monate corona-bedingt stark eingeschränkt. Mein freiheitsliebender Wesenszug war mehr als einmal eingeengt, angestrengt, unzufrieden und die fehlende Freiheit zugunsten der Gesellschaft, wie es so schön heißt, hat etwas mit mir gemacht.

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Ich habe die ganze Klaviatur der Emotionen durchlebt. Ich hatte Existenzängste, ich war gestresst, ich war wütend, ich habe mich hilflos gefühlt und als Rebell. Und ich war ruhig, ganz bei mir. Alles mehrmals täglich. Jetzt bin ich ausgeglichener. Wieso?

Ich konnte meine Perspektive verändern.

Ich kann die Umstände gerade nicht ändern, es ist, was es ist. Aber ich kann entscheiden, wie ich mich fühlen möchte. Ich kann Dinge finden, für die ich dankbar bin und das Geschenk im Alltäglichen sehen.

Ich bin dankbar für meinen Hund, der mir das Gassi ermöglicht. Ich höre die Amseln um 5 Uhr früh und stelle mir vor, wie sie nur für mich singen. Ich bin dankbar. Ich richte mich morgens aus. Ich bleibe positiv. Und ich bin nicht positiv, weil alles toll ist, sondern weil ich es so entschieden habe. Ich bin bewusst, präsent und wach. Ich bin nicht blauäugig, lasse mir aber auch nicht unnötig Angst machen. Ich bin mir der Lage bewusst und solidarisch, als Teil der Gesellschaft.

Ich kann nicht mehr alles frei entscheiden,

meine Rechte als Mensch und Bürger werden eingeschränkt für das große Ganze und manchmal weiß ich nicht, wo es hingeht oder wie es weitergeht. 2 Monate schulfrei neben Berufstätigkeit schlauchen. Meine sonstigen Inseln wie Schwimmen und Yoga kann ich nicht mehr wie gewohnt ausüben.

Die Zeit ist kräftezehrend und manchmal ist mir morgens um 6 zum Heulen zumute, wenn ich extra früh aufstehe, um etwas Zeit für mich zu haben, Atemübungen und Meditieren, aber mein Kind auch schon um 6 aufwacht. Und trotzdem finde ich Gründe zu lachen, zu tanzen, ein nettes Wort an jemanden zu richten oder etwas mehr Leichtigkeit in das Leben anderer zu bringen. Ich habe diese Freiheit.

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Ich wähle die Freude, die Liebe und das Vertrauen. Es ist meine Entscheidung. Ich übernehme die Verantwortung für meine eigene emotionale Basis und Reife, die ich in diese Situation einbringe. Das ist Freiheit.

Freiheit im Innen

Angst und Vertrauen verlangen von uns jeweils genau das Selbe: An etwas zu glauben, dass wir nicht sehen können oder noch nicht sehen können. Also warum für die Angst entscheiden, wenn es auch das Vertrauen gibt?

Ist Freiheit tun und lassen zu können, was man will?
Oder ist Freiheit eher sich selbst zu kennen und dem entsprechend zu handeln – authentisch und lebendig?

Ich habe die Freiheit, die Fragen nicht durch das Außen beantworten zu lassen, sondern in mir nach den Antworten zu lauschen. Dafür muss es ruhig in mir sein, denn das Außen ist mitunter sehr laut, präsent, fast schon aufdringlich. Soziale Medien sind immer und überall einsatzbereit und FOMO greift um sich – „Fear of missing out“ – die Angst, etwas zu verpassen.

Als Menschen haben wir einen freien Willen mitbekommen, das ist die Freiheit, die wir haben. Das Außen können wir nicht beeinflussen oder nur bedingt.

Erfahrungen

Das menschliche Leben besteht aus Erfahrungen. Wir alle werden sterben, das ist Teil des Spiels. Hier ist keiner freier als der andere. Wir wollen kontrollieren, wann wir sterben, aber das liegt nicht in unserer Macht. Es gibt zu viele Mitspieler und äußere Umstände.

Die Frage ist also, was möchtest du noch für Erfahrungen machen?
Was würdest du tun, wenn es deine letzte Woche wäre?
Und wieso tust du es nicht? Welche Ängste kommen hoch und wo kommen die eigentlich her? Was glaubst du, was möglich ist und was du verdienst?

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Illusion

Freiheit ist also nicht im Außen, sondern im Innen. Und selbst hier bist du nicht gänzlich frei. Wer seinem Seelenruf folgt, also soul-integrated lebt, der folgt unweigerlich seinem Lebenszweck statt Dinge im Außen anzuhäufen. Und auch so bleibst du Mensch und wirst nie alles richtig machen, auch das ist Freiheit.

Und Freiheit ist neben Wahlmöglichkeiten, Entscheidungen und Autonomie ein Weg, zu Dir hin., den nicht jeder bereit ist zu gehen, also irgendwie auch eine Illusion.

Freiheit hat damit zu tun, die Lebensphase wirklich zu leben, in der du steckst. Freiheit ist nicht, was dir im Außen jemand zugesteht, sondern was du im Innen empfinden kannst, egal was im Außen ist. Das ist die Kür.

There is freedom waiting for you,
On the breezes of the sky,
And you ask „What if I fall?“
Oh but my darling,
What if you fly?
Erin Hanson

Die einzige Freiheit, die ich wirklich habe, ist frei zu denken, meinem freien Willen Gehör zu schenken und danach zu handeln. Die Freiheit nach innen zu tauchen und zu lauschen, ohne zu wissen, was sich zeigen wird oder das Ergebnis zu kennen. Und ohne es zu müssen.

Denn wer nach innen lauscht und mehr dem Seelenruf folgt als dem Gebrüll im Außen, der kann sich treiben lassen. Der kann annehmen, was sich zeigt und es umwandeln in eine Erfahrung, aus der man lernen kann oder eben etwas verändern kann oder es annehmen kann, denn es gehört halt dazu.

01.06.2020
Namasté
Tanja Sirbu
www.tanjasirbu.com
www.dailypioneer.rocks

Bilderdank an:
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Yoga – Symbiose von Yin und Yang

Yoga – Symbiose von Yin und Yang

Yoga

Yoga ist eine spirituelle Praxis, die uns hilft, bewusster zu werden, die Perspektive zu verschieben und wieder mehr Selbstverantwortung für unser Leben zu übernehmen.

Im Yoga vereinen wir grundsätzlich sowohl Yin- als auch Yang-Qualitäten. Es geht gerade um diese Symbiose von beidem, die in der Yogaphilosophie die schlafende Kundalini-Schlange am unteren Ende der Wirbelsäule wecken will, damit sie sich mit dem Göttlichen vereint und so Einheit erfährt. Nichts anderes bedeutet Yoga als Einheit, Einssein mit allem was ist.

Einerseits wollen wir fit sein, andererseits wollen wir zur Ruhe kommen. Beides finden wir im Yoga.

Im Yoga strengen wir uns an, bauen Kraft auf und stärken den Willen. Wir trainieren die Muskulatur und stärken die Knochen. Gleichermaßen lernen wir loszulassen, uns zu entspannen, spätestens in Savasana, der Entspannung, üben wir uns im Sterben, alles Weltliche gehen zu lassen, tief einzutauchen in unsere Essenz.

  

Yang Yoga

Vinyasa Yoga ist eine dynamische Form des Yoga, bei der durch schnelle, fließende Abläufe und den Ujayii-Atem der Körper vorbereitet, erhitzt und trainiert wird für die oft mit Yoga assoziierten Dehnübungen. Typische Richtungen, die man dem Yang zuordnen könnte sind Ashtanga, Jivamukti, Anusara, Power Yoga.

In der westlichen Welt ist diese Form des Yang Yogas stark verbreitet, der körperliche Aspekt steht hier oft im Vordergrund, obwohl es so viel mehr ist. Es geht um Kraft, Konzentration auf den Atem und das bewusste Führen und Kontrollieren der Asanas (Haltungen), des Atems und der Intention. Dem Atem kommt im Yoga eine entscheidende Rolle zu, ansonsten könnte man auch Aerobic machen.

Je nach Yogarichtung spielen auch Nada Yoga (Yoga des Klang) und Philosophie eine entscheidende Rolle.

In einer reizüberfluteten Welt hilft Yang Yoga uns, den Körper auszupowern, damit wir uns überhaupt erst wieder spüren. Aus der Anstrengung heraus entsteht die Entspannung, die Gedanken werden still. Körper, Geist und Seele können für viele erstmals als Einheit erahnt werden.

Meist eröffnet uns diese Form des Yoga, für mich war es Jivamukti 2005, einen völlig neuen Bereich in uns. Plötzlich nehmen wir wahr, was alles nicht passt, wir erahnen, dass es viel mehr gibt, als wir sehen und verstehen können und wir befinden uns dann bereits auf dem Weg des Bewusstwerdens. Wir starten über eine gewisse Form der körperlichen Ertüchtigung die Reise ins Innere, eine Reise, die auf Dauer unweigerlich Wunden, Zweifel und Unsicherheiten an die Oberfläche bringt. Genau hier begann irgendwann die Symbiose von Yang und Yin Yoga.

 

Yin Yoga

Yin Yoga ist eine sanfte, aber doch herausfordernde Form des Faszienyoga. Die Faszien des Körpers, eine Art Frischhaltefolie, die alle Organe, Muskeln und Strukturen des Körpers einzeln umspannt und doch miteinander verbindet. Auch die Wissenschaft interessiert sich immer mehr für dieses Wunderwerk des Körpers und doch ist es noch Neuland. Alles Erlebte, Gefühlte und nicht Gefühlte speichert sich in den Faszien, die durch das lange Halten getriggert werden.

Yin Yoga ist eine heilsame Form des Yogas, die die Qualitäten von Passivität, den eigenen Schatten begegnen können und dem Element Wasser Rechnung trägt. Denn durch das lange Halten können die Faszien wieder befeuchtet werden, so dass mehr Flexibilität möglich wird und der Informationsfluss innerhalb des Körpers besser funktioniert.

Die Praxis erfordert Hingabe und trägt eine tiefgreifende heilende Wirkung in sich. Du schulst deine Selbstwahrnehmung und sinkst in tiefe Entspannung des Parasympathikus, dem Teil des Nervensystems, das für Passivität und Entspannung steht. Es werden viele Hilfsmittel genutzt und die Stellungen 3-8min. gehalten.

In der Yin Yoga Praxis geht es um Achtsamkeit für den Moment, um das Abtauchen in eine Welt des Fühlens, Loslassens und Regenerierens und den Atem frei fließen lassen, keine Kontrolle, also anders als im Yang Yoga. Es geht darum, immer mehr die Beobachterrolle einzunehmen, um das Sein mit dem, was gerade ist, auch wenn es unangenehm ist.

Das ist eine Qualität, die immer mehr Menschen verlernen. Sobald etwas unangenehm ist, gehen wir raus oder betäuben uns, mit Medien, Alkohol, Essen, Ablenkung, Hauptsache nichts Fühlen. Aber genau im Fühlen entfaltet sich die heilsame Kraft des Menschseins. Unser Körper strebt nach Balance und Ausgleich, wenn wir ihm den Raum geben.

 

Yin und Yang Yoga – Eine Symbiose für den Zeitgeist

Yin: zulassen, annehmen, wohlwollend, miteinander, gefühlsbetont nach innen gerichtet, Bauch und Herzgefühl
Yang: höher, schneller, weiter, sehr wettbewerbsorientiert und ins aussen gerichtet, Verstandesebene

In Zeiten von ständigem Sich-durch-den-Tag-Boxen und von allem zu viel haben, zu viel Lärm, zu viel Auswahl, zu viele Informationen, zu viele Erwartungen, die an Dir ziehen, alles Yang, ist die Yin-Praxis eine Einladung anzukommen, den Reset-Knopf zu drücken und Dein System wieder herunterzufahren.

YIN Yoga steht für die Integration dessen, was sich in diesem Moment zeigt. Nicht mehr funktionieren müssen, nicht alles verstehen müssen oder hinterfragen, sondern ankommen dürfen, dich fühlen und es integrieren durch deine alleinige Präsenz und die Intention, den Raum dafür zu halten. Jeder Schmerz ist ein nicht gefühltes Gefühl und letztendlich eine energetische Blockade, die sich manifestiert hat.

„Gefühle sind heutzutage nur noch etwas für die ganz Mutigen.“                                                                                                                            Unbekannt

Der Atem ist das verbindende Element zwischen Erde und Himmel, das, was uns alle verbindet und was Dir jeden Tag aufs Neue geschenkt wird, denn das ist es letztendlich, ein Geschenk. Der Atem ist immer das, was Dich in den Moment bringt, das einzige, was es gibt, diesen Moment. In der hinduistischen Tradition heißt es auch, jeder Mensch hat eine bestimmte Anzahl an Atemzügen, je langsamer Du atmest, desto mehr Erfahrungen kannst Du machen.

Für das gesunde, lebendige und glückliche Leben im Alltag brauchen wir Yin und Yang. Yang als Kraft und Antrieb, um unsere Ziele zu verwirklichen und etwas zu bewirken. Gleichermaßen brauchen wir Geduld, Sein-Können mit dem was ist und Achtsamkeit, um unserer Selbst bewusster zu werden, also Yin.

Beides zusammen entfaltet sich wie eine Blüte. Erst bricht der Stiel durch den Boden, dafür braucht es Kraft und Ausdauer, um sich dann ganz jedem Moment der Sonne, des Regens und dem Vertrauen hinzugeben und zu wachsen, bis sie erblüht in ihrem ganzen Glanz. So ist das menschliche Dasein gedacht, zum Strahlen, in Balance, durch die Schatten hindurch. Sie vergleicht sich nicht und strebt doch nach dem Höchsten.

 „The body’s limitation is a reflection of the mind’s limitation.“
Unbekannt

01_Jan-2020 NL: Happy new year! Mögest Du frei und glücklich sein!

01_Jan-2020 NL: Happy new year! Mögest Du frei und glücklich sein!

Liebe Yogis und Wegbegleiter,

happy new year!
Möge das neue Jahr sich Dir schenken und Du Dich ihm, mit all deiner Neugierde, Lebendigkeit, Lebensfreude, dem Wunsch, etwas zu bewirken und der Gelassenheit, Dinge annehmen zu können, die Du nicht ändern kannst.

Dieses Silvester habe ich mich bewusst gegen die Geselligkeit entschieden, um meinem eigenen spirituellen Prozess zu folgen. Und das obwohl ich „frei“ hatte von Kind und Hund, also hätte weggehen können, feiern oder was auch immer. Ich habe die Rauhnächte zelebriert, Yoga gemacht, meditiert, ausgemistet und gefastet.

Zeit für mich, mit mir, meinen Gefühlen, dem Hunger, den Sehnsüchten und den Impulsen lauschend, die da im Off warten, bis du endlich so weit bist.

Geselligkeit ist schön und wichtig, lenkt uns eben aber oft auch nur ab, von dem was wirklich gerade da ist oder dran ist.

Doch dann der Kater. Ein Kater nach der Geselligkeit – egal ob mit oder ohne Alkohol. Zeit mit sich alleine. Wer bin ich? Was wünsche ich mir für’s neue Jahr? Welche Sehnsüchte sind unerfüllt, welche Träume weggesperrt, welche Gefühle kommen hoch und halte ich sie aus? Verbringe ich meine Zeit mit Menschen, die mich wirklich sehen, lieben und wachsen sehen wollen? Mache ich, was mir Spaß macht? Und kenne ich mich überhaupt selber? Wo sehe ich mich in 5, 10, 20 Jahren und was kann ich heute dafür tun, um dem einen Schritt näher zu kommen? Was möchtest Du in 2020 und den Jahren danach kreieren?

Unsere Zeit ist eine Zeit der Kreierens, Schöpfer sein für ein neues Bewusstsein. Welchen Beitrag kannst und möchtest Du leisten? Wir befinden uns in einem neuen Jahrzehnt. Und neben guten Vorsätzen und Wunschlisten braucht es unsere eigene Verhaltensänderung, um klarer und selbstbestimmter voranzuschreiten.

Mein neues Projekt für 2020 ist eine Co-Kreation mit meiner lieben Freundin und Soulsister Priska.:-)
Wir haben eine Plattform geschaffen, die sich spirituellen Themen öffnet und Onlinekurse in den unterschiedlichsten Bereichen
anbieten wird.

Gestartet sind wir mit Priska’s Kurs zu den Rauhnächten und im Frühjahr ist ein Detox-Kurs geplant. Morgen geht es erstmal 21 Tage zum Thema Selbstliebe weiter, wenn Du magst, melde Dich noch an, kostenlos. Ansonsten stay tuned!

Namasté. Eure Tanja