Samstagfrüh mit Kind

Samstag 6:45. „Ich muss kacka“ und ich muss gleich heulen. Warum wacht meine Tochter grundsätzlich am Samstag früher auf als die gesamte Kindergartenwoche?

Muttersein bedeutet ganz einfach mit weniger Schlaf auskommen, als Dir gut tut. Punkt. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Ja klar, Kinder sind unterschiedlich, manche schlafen auch länger, das wäre schön.

Letztens unterhielt ich mich mit einer frisch gebackenen Mama, die sich auch über den Schlafmangel echauffierte und fragte, ob das besser werden würde. Meine Erfahrung nach 4 Jahren mit Kleinkind ist, besser als in der Anfangszeit, wenn man alle 1-2h stillt, ja, aber gut wird es nicht mehr. Es sei denn, das Kind schläft woanders.

Und dann ist es hundertprozentig wieder etwas anderes, was einem den Schlaf raubt. Entweder muss der Hund mitten in der Nacht raus, weil er wieder irgendwas gefressen hat und Durchfall hat, besoffene, grölende Jugendliche torkeln im Hof oder Du hast Nachbarn, die nachts Ihre Katzen im Hausflur Gassi führen oder in der Früh mit Murmeln auf dem Boden spielen. Es hört nicht auf.

Die Lösung wäre eigentlich nur, Du gehst mit Deinem Kind zeitgleich ins Bett. Du hast halt dann keine Zeit mehr für Dich, geschweige denn für Deine Partnerschaft. Schlafmangel schlaucht, er macht unleidlich. Ich fühle mich gestresst.

Es ist extrem schwierig, morgens mit guten Gedanken aufzuwachen, wenn Du gleich funktionieren sollst, das heißt, wenn Dein Kind vor Dir oder vor dem Wecker wach ist. Samstags stelle ich keinen Wecker, denn ich würde gerne einfach mal ausschlafen. Ich habe das Kind extra lange aufbleiben lassen am Abend zuvor, aber es hilft alles nichts. Der Schlafmangel bleibt präsent.

Gedanken

Und da, wo Du Deine Gedanken darauf richtest, das wird mehr. Das, was Du fühlst, ziehst Du an. Also überleg Dir gut, wie der Tag werden soll.

  • Du bist unausgeschlafen, unleidlich und empfindest das alles als ungerecht.
  • Du hast recht, subjektiv betrachtet, aber diese Erkenntnis bewirkt erstmal gar nichts.
  • Du musst das Ruder rumreissen, gegensteuern!

Willst Du heute recht behalten, dass der Tag kacke ist oder willst Du friedlich und freudvoll mit Deinem Kind ins Wochenende starten? Juhu, ich bin wach, der Tag ist ein Geschenk!

Komm, wir machen Pancakes und legen uns dafür mittags noch mal hin, ja? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Nachtrag: Wir haben eine Höhle in meinem Bett gebaut und den beleuchteten Sternenkäfer angemacht, wir lagen also quasi unterm Himmelszelt und vorher wurde ich noch ordentlich gedrückt, damit der Stinkesaure-Braunbär-Anteil in mir verschwindet für den Rest des Tages. Geht doch. Immerhin kann man mit 4-Jährigen schon reden, es wird also irgendwie doch besser! 😉 Jetzt läuft Pumuckl als Hörspiel und ich darf Zähneputzen und meinen Tee machen und dann gibt es Brei mit Erdbeermousse statt Pancakes, ok. Ich atme ein, ich atme aus. Ich bin hier und es ist jetzt. Schönen Tag!